Bürgerini kündigt erste Klagen gegen Waterfront-Pläne an

Montag, 16. August 2010 7:23

Travemünde. »Der vordere Wald an der Mecklenburger Landstraße ist in Gefahr«, war im April 2008 in einer Botschaft zu lesen, die die neu gegründete »Interessengemeinschaft Behutsame Priwallentwicklung“ (BiP) auf grünes Papier drucken ließ. Vergangene Woche feierte die Bürgerinitiative zweijähriges Bestehen. Sie kämpft vor allem gegen das geplante touristische Großprojekt „Priwall Waterfront“ im Passathafen.

Siegbert Bruders von der BiP begrüßte die Gäste zum zweijährigen Bestehen der Bürgerinitiative. Foto: HELGE NORMANN

Siegbert Bruders von der BiP begrüßte die Gäste zum zweijährigen Bestehen der Bürgerinitiative. Foto: HELGE NORMANN

„Noch eine Bürgerini“, wird Anfangs mancher gedacht haben. Doch die Priwaller unter der Leitung von Siegbert Bruders und Eckhard Erdmann, das war schnell zu merken, beschränkten sich nicht aufs Protestieren: Von Anfang an wurde „Lobbyarbeit“ gemacht, das Gespräch mit den Parteien gesucht. Die Bürgerinitiative ließ und lässt ihre Arbeit auch juristisch begleiten, von einem Berliner Rechtsanwalt mit Erfahrung auf dem Gebiet. Und entwickelte eigene Pläne für den Passathafen und den Priwall. Auf dieses Entwicklungskonzept für den Priwall (Download unter www.bipriwall.de) ging der stellvertretende Vorsitzende Siegbert Bruders in seiner Ansprache besonders ein: „Kern dieses Entwicklungskonzeptes ist es, dass alle jetzigen Nutzer hier bleiben. Dass dennoch die Stadt 5 Millionen erhalten wird. Wirklich in die Kasse. Und dass die nachhaltige Entwicklung auf dem Priwall gesichert ist. Dass nicht irgendwas entsteht, das möglicherweise als Bauruine dann übrig bleibt. Und wo es nicht mehr machbar ist, irgendetwas zu korrigieren.“

Das BiP-Konzert trage ein Entwicklung in sich, erklärte Bruders den Unterschied zum Konzept des Projektplaners Hollesen. Dessen Konzept würde „sozusagen Gottesgleich hier alles verändern. Und dann müssen alle gucken, ob sie damit klarkommen oder nicht.“ Die Stadt arbeitet derweil weiter am Hollesen-Projekt, eine erste Begegnung vor Gericht wird es wohl wegen der damit verbundenen Flächennutzungsplanänderung geben. „Wenn die Flächennutzungsplanänderung durch Kiel abgesegnet ist, dann kann der Abriss hier beginnen“, warnte Bruders. Dann werde der Campingplatz zugemacht. „Und dann wird hier vier, fünf Jahre nichts passieren. Die Häuser werden hier abgerissen, das wird eine Brache sein, weil vor Gericht nichts entschieden sein wird.“ Das sei etwas, was die Bürgerinitiative nicht wolle. Die BiP will in den Parteien dafür werben, dass mit dem Abriss im Passathafen zumindest gewartet wird, bis die Gerichte gesprochen haben. „Und wenn dann die Gerichte sagen, OK; ist alles richtig und gut, dann haben wir verloren, das kann man akzeptieren“, so Bruders. „Aber im Moment ist die Stimmung hier sehr gut.“ HN

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